Die vierte industrielle Revolution ist Europas Chance

Wenn man an Digitalisierung und Big Data denkt, kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass die maßgeblichen Trends dieser Zeit von Gobal Players wie Google und Apple gemacht werden. Kann Europa ihnen das Wasser reichen? Schwer zu sagen, jedenfalls auf ihrem eigenen Terrain. Doch wenn wir uns das Thema Industrie 4.0 ansehen, ist das anders. Hier ist das „Wettrennen“ offen – für Europa die Chance, in Führung zu gehen.

 

Prozesse von Anfang an denken

Damit dieses Unterfangen gelingt, braucht es mehr als die weltweit geschätzte Industrielandschaft der „alten Welt“. Entwicklungen müssen auf mehrere Ebenen vorangetrieben werden. Nicht nur die Maschinen müssen sich vernetzen. Die IT-Systeme der Zukunft müssen die Prozesslandschaft abbilden können und ebenso integriert sein – darunter auch die ERP- und ECM-Systeme. Denn sie verwalten die Daten, die für den Betrieb smarter Fabriken unverzichtbar sind. Das ist gemeint, wenn von horizontaler und vertikaler Integration gesprochen wird.

 

Industrie 4.0 gibt es nur ganzheitlich

Für den Material-, Energie- und Informationsfluss innerhalb des Unternehmens, der manchmal auch Grenzen überschreitet, ist diese horizontale wie vertikale Integration unverzichtbar. Ein Beispiel: Es ist zweifelsohne eine Errungenschaft, wenn Maschinen miteinander kommunizieren und Menschen nur noch dann in die Prozessabläufe eingreifen, wenn es erforderlich ist. Doch gerade in diesem Fall, wenn kleine Wartungs-Teams in den Fabriken der Zukunft nur noch selten steuernd eingreifen, müssen sie umso mehr über lückenlose Maschinenhistorien, Prozessdarstellungen und Protokolle verfügen.

 

Grenzübergreifende Collaboration

Besonders gilt das, wenn mehrere Teams in unterschiedlichen Standorten in unterschiedlichen Teilen der Welt Hand in Hand zusammenarbeiten – Stichwort Collaboration. Ein Beispiel, das zeigt: M2M-Kommunikation ist ein wesentliche Bestandteil der modernen Fertigung. Doch eben nur ein Puzzleteil von vielen.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Und noch etwas wird es brauchen: mehr Interdisziplinarität. Die Grenzen zwischen ehemals getrennten Branchen wie Telekommunikation und Industrie werden zunehmend verschwimmen. Nur mit den Talenten aus all diesen Bereichen wird es möglich sein, die vierte industrielle Revolution von Europa aus anzuschieben – und zu einem Exportschlager für den Kontinent zu machen. Wie die erste vor mehr als zweihundert Jahren.