Schöne neue Welt? Blitzerfoto mit Link – das digitale Knöllchen

Es gibt Post, auf die man lieber verzichten würde. Ganz vorne hier: städtische Gebühren- oder Bußgeldbescheide – auch Knöllchen genannt, z. B. wegen Falschparkens oder Geschwindigkeitsüberschreitung. Immerhin: Im Landkreis Oldenburg kann man dagegen künftig wahlweise leichter Einspruch erheben oder sich zur Tat bekennen – dank digitaler Akten.

Denn: Wenn man schon nicht drum herumkommt, bleibt, zumindest theoretisch, die kleine Freude, dass man den Widerspruch respektive das Schuldeingeständnis online abgeben kann. Dann hat man es wenigstens schnell und relativ bequem hinter sich.

 

Steigende Fallzahlen – Konsequenz Digitalisierung

Für die Behörde, sprich, Bußgeldstelle, hat das erhebliche Vorteile. Denn sie registriert seit mehreren Jahren eine steigende Anzahl von Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr. Die internen Abläufe zu verbessern und Portokosten zu sparen, lag somit auf der Hand.

Gesagt, getan: Nun erhalten Verkehrssünder – ob reuig oder nicht – mit der Verwarnung, der Anhörung bzw. dem Zeugenfragebogen (und dem obligatorischen Beweisfoto selbstverständlich) einen Internetlink nebst Zugangsdaten. Alles, was Sie dann online zu Protokoll geben, legt das System automatisch in der entsprechenden digitalen Akte ab.

 

Und doch… ein zweifelhafter Genuss…

Ein gutes Beispiel für Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung, soviel ist sicher. Dennoch: Wer nicht in den zweifelhaften Genuss der Vorzüge dieser „Best Practice“ kommen will, hat es selbst in der Hand bzw. im Fuß. Einfach rechtzeitig runter vom Gas, dann bleibt einem diese – zugegebenermaßen – unangenehme Digitalisierungs-Erfahrung im Zweifelsfall erspart…