Digitalisierung trifft Artenschutz: Dokumentationsaufwand, wo man ihn nicht erwartet

Heute gönnen wir uns einmal einen zugegebenermaßen etwas exotischen Ausflug in die Welt der Digitalisierung bzw. deren Folgen: Seit Anfang dieses Jahres steht Palisander unter Artenschutz. Genauer: Mehr als 300 Arten von Palisander sind nun geschützt. Zwar sind nicht alle Palisander-Unterarten vom Raubbau und illegaler Abholzung betroffen. Doch Palisanderarten sind für Zoll und Gewerbeprüfer kaum zu unterscheiden – und deshalb schützt man nun gefährdete und nicht gefährdete Arten gleichermaßen.

 

Gestatten: die Unterfamilie der Schmetterlingsblütler

Das ist gut für die Dalbergie, Experten auch geläufig als eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler – natürlich innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Denn sie fällt man, um Palisander zu gewinnen. Weniger gut ist das ist für den Musikinstrumentenhandel. Denn der schätzt das Edelholz vor allem für seine Klangeigenschaften und damit für den Instrumentenbau. Gleiches gilt für Bubinga, das nun ebenfalls teilweise geschützt ist.

 

Millionen von Musikinstrumenten betroffen

Wer mit Musikinstrumenten handelt, muss zweierlei tun: Er muss Buch führen, welche Instrumente sich vor Inkrafttreten der Neufassung des Artenschutzabkommens Cites bereits in seinem Besitz fanden. Und für alle neu erworbenen, gebauten oder verkauften Instrumente muss er akribisch nachweisen, aus welcher Quelle die verwendeten Hölzer stammen. Eine Artenschutz-Buchhaltung ist Pflicht.

Ein erheblicher Aufwand – zumal Zertifikate beizubringen sind oder aber der Nachweis, dass eine Gitarre bereits vor 2017 gebaut wurde und somit keine illegale Nutzung eines Holzes vorliegt. Millionen von Musikinstrumenten gilt es in kürzester Zeit zu listen, sonst drohen beim Export, Import oder dem Verkauf drakonische Strafen.

 

Eine digitale Akte für jedes Instrument?

Um im musikalischen Kontext zu bleiben: Auf die Pauke hauen, hilft nicht weiter –
jetzt ist die feine Klaviatur der Digitalisierung gefragt. Der ein oder andere Importeur oder Großhändler von und mit Musikinstrumenten ist sicher gut beraten, sich einmal über die Möglichkeiten des Dokumentenmanagements und der digitalen Akte zu informieren. Klingt diese „Melodie“ nicht verlockend? Man klickt auf einen Eintrag und hat sofort Zugang zu allen hinterlegten Zertifikaten und Nachweisen, die man benötigt. So könnte die eine oder andere Prüfung wesentlich schneller und vor allem mit weniger Misstönen ablaufen.