Digitales Business

Ein neuer Stern am IT-Himmel…

In die Zukunft zu schauen und sich zu fragen, was das Morgen bringt, ist zum Ende eines Jahres besonders en vogue. Horoskope schießen wie Pilze aus dem Boden, die Leute gießen Blei und so mancher bemüht vielleicht sogar noch den Vogelflug oder Kaffeesatz – wer weiß. Mit Wirklichkeit und Wahrscheinlichkeit hat das nicht viel zu tun.

 

…namens Nanotechnologie?

Anders ist das mit technischen Prognosen. Sie sind häufig erstaunlich realitätsnah. Und so lässt dieser Tage eine Nachricht aufhorchen: Der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. rechnet damit, dass bereits in fünf Jahren Nanotechnologie den heutigen Flashspeicher ablösen könnte.

 

Exponentiell steigender Traffic

Was macht den Verband so optimistisch? Antwort: der Innovationsdruck. Schon für 2016 erwarten Experten einen weltweiten Internet-Traffic von mehr 1,3 Zettabyte im Jahr. Ein Zettabyte, das ist eine Zahl mit 21 Nullen bzw. eine Billion Gigabyte. Und die Zahl ist umso bemerkenswerter, als damit allein in diesem einen Jahr mehr Daten im Netz kursieren würden, als in allen Jahren zuvor zusammen. Der aktuelle Vergleichswert liegt übrigens bei „nur“ 56 Petabyte in 2014, immerhin noch eine Zahl mit 15 Nullen.

 

Cloud treibt Wachstum

Wichtige Treiber für den ansteigenden Traffic sind die Cloud und das Internet der Dinge. Bis 2020 sollen 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Auf jeden Erdenbürger kämen dann sieben Geräte, die online sind, jedes Baby, jeder Greis mitgezählt. In Berlin, New York oder im entlegensten Winkel von Patagonien.

 

Magnetische Domänenwände

Klar, dass für die Online-Welt eine neue Form von Speicher her muss. Wie „nanobasierter Racetrack-Speicher“ eben. IBM etwa forscht an solch einem Speicher bereits seit Mitte vergangenen Jahrzehnts. Informationen werden dabei nicht mehr mit Hilfe von Ladungen oder Magnetfeldern gespeichert. Stattdessen werden magnetische Domänenwände über einen Nanodraht verschoben, mit 100 Metern pro Sekunde!

 

Turbo-Speicher

Innerhalb einer Milliardstel Sekunde könne solch ein Speicher auf große Datenmengen zugreifen – und das ohne bewegliche Teile und verschleißfrei. Weil der Racetrack-Speicher zudem drei Dimensionen nutzt, soll seine Datendichte die heutiger Festplatten in etwa um den Faktor 100 übertreffen.

 

Fazit: Das klingt nach Science-Fiction – und doch rechnet der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. mit Serienreife in fünf Jahren. Ob er damit eine bessere Vorhersage trifft, als das Horoskop in der Klatschspalte, bleibt abzuwarten. Doch die Chancen dafür bewegen sich vermutlich oberhalb des Nanobereiches.

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