Digitale Transformation

Digitalisierung 4.0 – Unternehmen und Arbeitswelten im Wandel

Das Wort der Digitalisierung ist in aller Munde. Grund genug, um sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe MEETING FRIENDS  von unserer Tochterfirma friendWorks auf nach Straubing zu machen. Zusammen mit meiner Kollegin Petra Fröhlich hatte ich Ende November das Vergnügen, einem fachkundig Vortragenden, Florian Kunze, zum Thema „Digitalisierung 4.0“ zuzuhören. Dies war ein weiterer Anstoß, mich erneut mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn: Die durch die Digitalisierung anstehenden Veränderungen in Unternehmen und Arbeitswelten werden enorm sein und sind es schon. Die folgenden Zeilen sind das Ergebnis der sich an den Vortrag anschließenden Diskussionen mit Kolleginnen und Kollegen sowie eigener Gedanken.

Doch vorerst will ich einen Überblick geben, was unter dem Namen „Digitalisierung 4.0“ überhaupt zu verstehen ist – zunächst ganz allgemein, später dann auf die Situation von Unternehmen, Kunden und Mitarbeitern bezogen.

Was bedeutet Digitalisierung 4.0?

Zugegeben, der Begriff ist in seiner Bedeutung nicht eindeutig und schon gar nicht klar definiert. Aus zahlreichen Gesprächen mit Menschen aus der Fachwelt lässt sich allerdings festhalten, dass man unter Digitalisierung 4.0 einen Veränderungsprozess versteht, der sich auf Unternehmen und Arbeitswelten bezieht und dort Folgendes bedeutet:

  • eine zunehmende Vernetzung und stärkere Integration von Geschäftsprozessen, Maschinen, Anlagen und IT-Systemen,
  • eine stärkere Automatisierung und Arbeitsunterstützung
  • sowie eine steigende, datengetriebene Dienstleistungsorientierung und
  • neue Kommunikationsarten und Medien, die das Verhalten der Kunden, Führungskräfte und Mitarbeiter beeinflussen

Damit überschneidet sich „Digitalisierung 4.0“ mit der sich ebenso in aller Munde befindlichen „Industrialisierung 4.0“ – könnte man meinen. Meiner Meinung macht der technologische Fortschritt der letzten Jahre, mündend in der Digitalisierung 4.0, eben erst eine Industrialisierung 4.0 möglich.

Am konkreten Beispiel gefasst: Digitalisierung 4.0

Sportartikel galten die längste Zeit als typisches Beispiel für die Massenproduktion aus Fernost und damit als Paradebeispiel für die Industrien der alten Schule – von tatsächlich existierenden Ausnahmen bitte ich abzusehen.

Der bekannte Sportartikelhersteller Adidas eröffnete in jüngster Zeit eine Produktionsstätte in Ansbach im heimischen Franken – zunächst als Pilotprojekt. Zielstellung: Die Produktion von Laufschuhen, die der deutsche Käufer kurz zuvor in Auftrag gegeben hat; mit einer für individuell gefertigten Sohle, mit einem, seinen Wünschen entsprechenden Obermaterial – und einem individuellen, vom Kunden gewünschten Design. Nur nebenbei: Ich bin ja bekennender Läufer, aber privat setze ich bei Laufschuhen auf einen anderen Hersteller. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass individuelle Anpassungen des Laufschuhs, bezogen auf Sohle und Zuschnitt des Schuhs, für einen Läufer nur zum Vorteil sein können.

Allein anhand dieser Zielbeschreibung sehen wir alle oben erwähnten Merkmale der Digitalisierung 4.0. Um es mit einem Satz zu formulieren: Statt wie zuvor gut 45 Tage auf einen Massenartikel – hier die neueste Kollektion an Sportschuhen – zu warten, so lange dauert nämlich das Verschiffen von Fernost nach Deutschland, bekommt der Kunde einen höchst individuellen Sportschuh. Morgens bestellt und abends im Sportgeschäft abgeholt. So ein Wandel setzt natürlich auch massive Veränderungen unternehmensseitiger Prozesse voraus.

Was bedeutet Digitalisierung 4.0 für jedermann im Alltag?

Nun ist ja nicht jedermann Adidas. Dennoch: Ins Auge springende Beispiele für den Einzug der Digitalisierung 4.0 in die Lebenswelten durchschnittlicher Bürger hiesiger Breitengrade lassen sich sofort finden. Die Erfindung des iPhones 2007 wie auch der Android Platform im Jahr 2008 sowie deren massenhafte Verbreitung und Akzeptanz in nahezu allen Bevölkerungsschichten stellt meiner Meinung nach eine wichtige Entwicklung dar. Einen Einschnitt im Verhältnis von Unternehmen und Kunden zum einen, eine Zäsur für die tagtägliche Arbeit eines Arbeitnehmers zum anderen und letztlich einen Einschnitt in der Gestaltung von Prozessen in Unternehmen. Aber eins nach dem anderen.

Kunde und Unternehmen rücken näher zusammen

Kein Unternehmen ohne App – so könnte in ich’s in aller Kürze zusammenfassen. Und um ehrlich zu sein: Kundenseitig stellt der Einzug der Applikationen auf Smartphones einen deutlichen Vorteil dar. Bestellungen werden heutzutage dann eben doch am schnellsten und leichtesten per App aufgegeben. Die großen Händler aus dem E-Commerce machen es vor, z.B. Amazon und Zalando – eine App gehört hier zum Pflichtprogramm; mittlerweile gilt dies auch für KMUs. Aber auch in Sachen Erreichbarkeit hat der Einzug der Apps und damit der Digitalisierung 4.0 seine Folgen: In vielen Fällen ist eine bidirektionale Kommunikation Teil der App-Funktionalität. Wichtig: Die Unternehmensseite muss natürlich angeben, zu welchen Uhrzeiten der Kundenservice erreichbar ist; ggf. ergibt eine Warteschlange sehr viel Sinn. Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Kunden und Unternehmen rücken näher zusammen und die durch Apps ermöglichte „Nähe“ zählt zu den Elementen des unternehmerischen Erfolgs. Doch mehr dazu im zweiten Teil dieses Artikels.

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Über den Autor
Reinhard Eidelsburger
Reinhard Eidelsburger is head of Consulting Services at EASY. After a long working day, he tries to clear his head while running.
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