Digitales Business, Digitalisierungsstrategie

Digitalisierung im Schnee – wie man der digitalen Transformation entspannt begegnet

„Wir haben das doch schon immer so gemacht“, so raunen die Mitarbeiter dieser Tage aus manch einem Unternehmen, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Digitalisierung bedeutet nämlich Veränderung – dabei sind wir Menschen doch Gewohnheitstiere. Passend zur Weihnachtszeit bricht dann ein mächtiger Schneefall die Macht der Gewohnheit auf. Aber was hat Schnee eigentlich mit Digitalisierung zu tun?

Eine kleine Geschichte der Technik

Leise rieselt der Schnee – und ich stehe mitten im bergischen Land an einer Bahnstation und warte auf den Zug in Richtung Köln. So langsam verwandelt sich das Städtchen in ein „Winter Wonderland“ und der Zug hat schon zehn Minuten Verspätung, sagt mir meine Bahn-App auf dem Smartphone. An der Anzeige am Bahnsteig ist allerdings noch nichts zu sehen. Ich bin nicht alleine auf dem Bahnsteig. Die meisten der anderen Wartenden starren auf ihr Smartphone und sind noch entspannt – sie haben die Verspätung in der Bahn-App schon wahrgenommen. Andere, ohne Smartphone, schauen verwirrt und hoffnungsvoll zur Anzeige herauf, bis auch dort die Verspätung angezeigt wird. Neue Technik löst die alte nämlich selten einfach so ab. Medien und Techniken nehmen sich hier und da Nutzer weg, aber existieren oftmals nebeneinander. Die Schrift hat zum Beispiel nicht unser Gedächtnis obsolet werden lassen, wie einst Platon befürchtete und dies wohlgemerkt niederschrieb – mit dem Widerspruch konnte er offensichtlich gut leben. Die Schreibmaschine hat uns nicht die Fähigkeit genommen, mit der Hand zu schreiben. Und trotz Computer und Internet, welche letztendlich viele Medien zusammenführen, Informationen zugänglich machen und miteinander vernetzen , schreiben wir hier und da noch auf Papier, lesen noch Bücher, gehen ins Kino und treffen uns immer noch mit „echten“ Menschen. Wir benutzen Technik also in der Regel dort, wo es sinnvoll für uns ist und wo sie unseren Alltag erleichtert.

Die Züge werden digital – die Gleise auch?

Ich benutze meine Bahn-App so gerne, weil sie mir den Alltag als Pendlerin erleichtert. Sie ist mittleiweile genauer als jede Anzeige am Bahnsteig und schneller als jede Ansage aus dem Lautsprecher. Wechselt ein Zug das Gleis, bin ich die erste vor Ort, hat ein Zug Verspätung, bin ich die erste im Café. Die Bahn-App ist ein Produkt der jahrelangen Digitalisierungsbestrebungen der Deutschen Bahn. Einerseits möchte die Deutsche Bahn mit ihrer digitalen Agenda interne Prozesse optimieren, um Informationen schneller zu übermitteln, andererseits feilt sie am Service: Kommt ein Zug schon zu spät, sollen es die Fahrgäste so genau wie möglich wissen. Ich habe mich an die Zuverlässigkeit gewöhnt und daran, zu wissen, ob der Zug pünktlich kommt – oder eben nicht.
Mittlerweile ist das bergische Städtchen komplett zugeschneit und der Zug: fällt aus! Der nächste: auch! Die Bahn-App sagt: „In ganz NRW kommt es zu starken Beeinträchtigungen im Bahnverkehr“, keine konkreten Infos, keine konkreten Zeiten, keine konkrete Aussage darüber, ob überhaupt noch ein Zug fahren wird. Ich schaue verzweifelt auf die Anzeige am Bahnsteig und plötzlich sind wir Wartenden gefühlt in die analoge Welt zurückgefallen. Konkret: Wir müssen uns damit abfinden im bergischen Land festzusitzen. Plötzlich sind wir nicht mehr schnell, plötzlich ist nichts mehr verfügbar: weder Zug, noch Information. Mit der Natur als Gegner scheinen Technologien den Kürzeren zu ziehen. Für manch einen schwer zu begreifen, meine ich den schüttelnden Köpfen und ungläubigen Blicken meiner Bahnsteig-Genossen ablesen zu können. Die Natur als größter „Feind“ von Digitalisierungsprozessen?

Digitalisierung ist ein Kulturwandel

Nicht unbedingt. Als große Hürde für die digitale Transformation hat die WirtschaftsWoche die innere Einstellung der Führungskräfte und Mitarbeiter identifiziert. Für eine Studie hat das Marktforschungsinstitut GfK aus Nürnberg 2.000 Führungskräfte und Vorstände von Großunternehmen befragt. 65 Prozent der Befragten geben als Hauptgrund für eine verhinderte Digitalisierung demnach die „Verteidigung bestehender Strukturen“ an. Was so viel heißt wie: Was wir nicht kennen, wollen wir auch nicht. Und daraus spricht auch die Angst vor Veränderungen.
Wie können Unternehmen diese Ängste abbauen? Indem die Menschen sich klar machen: Digitalisierung überfällt uns nicht schlagartig. Das Beispiel des ausfallenden Zuges zeigt: Technik ist fast nie bahnbrechend, sondern sie umgibt uns in einem fortwährenden Wandel. Die Menschen gewöhnen sich an Prozesse, so wie sie sich an fahrende Bahnen und Informationen aus der Bahn-App gewöhnen. Zudem gilt: Digitalisierung ist zuallererst ein Kulturwandel. Eine gut durchdachte und sinnvoll eingesetzte digitale Agenda etwa schafft mehr Kundennähe, Transparenz im Informationsfluss und flachere Hierarchien und sie motiviert die Mitarbeiter zu mehr Eigenverantwortung.
Wer dennoch denkt, früher sei Alles besser gewesen, der warte doch auf den nächsten heftigen Schneefall und versuche dann von A nach B zu kommen. So lassen sich analoge Zustände wieder hautnah erleben! Ich empfehle aber lieber ein heißes Getränk auf dem Sofa und ein wenig mehr Gelassenheit im Umgang mit der Digitalisierung.

Die Strategieberatung der EASY SOFTWARE AG beyond verhilft Ihnen übrigens auch zu mehr Gelassenheit, denn Sie ist Ihr Partner für eine nachhaltige und individuelle Digitalisierung Ihrer Geschäftsprozesse. Mehr Informationen erhalten Sie auf unserer Website.

Strategieberatung EASY beyond

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Über den Autor
Irena Szymiczek
Irena Szymiczek ist als Content Marketing Managerin auf der Suche nach spannenden Storys. In ihrer Freizeit findet sie Inspiration auf Reisen und Entspannung bei guten Freunden.
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